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Männer sterben deutlich häufiger durch Suizid als Frauen, gleichzeitig nehmen sie seltener Hilfsangebote in Anspruch und werden seltener als gefährdet erkannt. Bisher fehlten suizidpräventive Ansätze, die direkt Männer ansprechen, ihre Situation und Risikofaktoren berücksichtigen.

Dem widmet sich im Zeitraum von April 2021 bis März 2024  der Forschungsverbund „MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer“ an der Universität Leipzig, der Medical School Berlin und der Universität Bielefeld. Es wurden zwei genderspezifische E-Learning Programme zur Suizidprävention entwickelt und evaluiert - ein Programm für Männer mit Suizidrisiko und ein Programm für sog. Gatekeeper. 

Der Forschungsverbund wurde gefördert von dem GKV Bündnis für Gesundheit. Dieses fördert seit 2021 interdisziplinäre und praxisorientierte Forschungsvorhaben, die geschlechtsspezifische Besonderheiten untersuchen und adäquate Ansätze für Maßnahmen der lebensweltbezogenen Gesundheitsförderung und Prävention entwickeln.

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Im Teilprojekt an der Universität Leipzig, Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Medizinischen Fakultät wurden Interviews mit Männern, die einen Suizidversuch unternommen haben, geführt. Ziel war es, Anzeichen, die dem Suizidversuch voraus gingen, zu verstehen. Außerdem wollten wir besser verstehen, wie Männer das Hilfesystem in Anspruch nehmen bzw. welche Gründe sie daran hindern und welche Strategien oder Personen Ihnen in der Krise hilfreich waren. Zudem wurden Daten einer Längsschnittstudie zu psychologischen Faktoren von Suiziden analysiert und Unterschiede zwischen Männern und Frauen sowie spezifische Risikofaktoren von Männern betrachtet. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Untersuchungen wurde folgendes Online-Präventionsangebot für Männer mit Suizidrisiko entwickelt und initial validiert:

 

Projektleitung: Prof. Dr. Heide Glaesmer, Projektmitarbeiter*innen: Cora Spahn, Sascha Kranz,                                Johanna Panitz

Projektbezogene Publikationen: 

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Das Teilprojekt der Medical School Berlin fokussierte sich auf die Rolle der Gatekeeper in der Suizidprävention. Als Gatekeeper werden Personen bezeichnet, die mit Menschen mit einem erhöhten Suizidrisiko in Kontakt stehen. Gatekeeper stellen einen wichtigen niedrigschwelligen Präventionsansatz in der Suizidprävention dar. Im Rahmen des Teilprojekts wurden zunächst psychologische Autopsie-Interviews mit Angehörigen geführt, die eine nahestehende männliche Person (Vater, Bruder, Sohn, Partner) durch Suizid verloren haben. Durch diese Interviews sollte herausgefunden werden, welche Personen als mögliche Gatekeeper bei Männern fungieren können sowie welche Belastungsfaktoren und Veränderungen dem Suizid vorausgingen. Auf Basis der Ergebnisse aus den Interviews sowie aus den zwei weiteren Teilprojekten des Forschungsverbundes wurde anschließend folgendes E-Learning-Programm für Gatekeeper zur Suizidprävention für Männer entwickelt und dessen Wirksamkeit im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie evaluiert:

Projektleitung: Prof. Dr. Birgit Wagner, Projektmitarbeiterin: Laura Hofmann

Projektbezogene Publikationen: 

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Das Teilprojekt der Universität Bielefeld ist an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften angesiedelt. Im kommunikationswissenschaftlichen Teilprojekt wurden drei empirische Studien umgesetzt: In einem Systematic Review einschlägiger wissenschaftlicher Publikationen wurde die Wirksamkeit von genderspezifischen Interventionen zur Suizidprävention sowie insbesondere der dort verwendeten Botschaftsstrategien untersucht. Es wurde zudem eine egozentrierte Netzwerkbefragung mit in Deutschland lebenden Männern im Vergleich zu in Deutschland lebenden Frauen durchgeführt, um mögliche Gatekeeper im Umfeld zu identifizieren und Einflussfaktoren der (Nicht-)Kommunikation über psychische Probleme zu eruieren. Schließlich wurde nach der Entwicklung der beiden geplanten E-Learning-Tools eine Studie mit qualitativen Fokusgruppen mit Männern und den in der Netzwerkbefragung identifizierten Gatekeepern durchgeführt. Diese Studie evaluierte die beiden E-Learning-Programme und generierte Erkenntnisse darüber, inwieweit diese zu erhöhtem Wissen über Hilfeleistungen und zu einer Entstigmatisierung von Suizidalität beitragen.

Projektleitung: Prof. Dr. Doreen Reifegerste

Projektbezogene Publikationen: Wagner & Reifegerste (2024). Real men don't talk? Relationships among depressiveness, loneliness, conformity to masculine norms, and male non-disclosure of mental distress. Science Direct.

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